Dänische Eiscreme


Dänisches Eis ist das weltbeste Eis/Glace!!!!

Deshalb fuhr ich mit dem Zug nach Dänemark um ein Eis zu essen (Bild). Anschliessend mache ich mich auf den Weg nach Hause. Das dauert natürlich etwas. Bis bald.

Erste Etappen

Am Anfang läuft noch der Kopf und nicht die Beine.

  • Hast du an alles gedacht?
  • Was hast du vergessen?
  • Ist der Rucksack doch zu schwer!
  • Funktioniert das Navi?
  • Schaffst du es?
  • Macht die Gesundheit mit?

Aber nach fünf Etappen überwiegt bereits die Zuversicht, denn bis jetzt funktioniert alles optimal.

Das Wetter könnte für diese Jahreszeit nicht besser sein. Luft zwischen 15° und 20 Grad. Täglich zwischen 11 und 14 Sonnenstunden(Norden halt). Die Strecke ist sehr abwechslungsreich Wald, viel Meeresküste und eine flache aber offene Landschaft. Die Höhendifferenz schwanken zwischen 1m NN und 30m über NN. Also alles perfekt und verkraftbar. Vermutlich bin ich etwas zu schnell unterwegs mit 140km in 6 Tagen also im Schnitt 23,333km pro Etappe. Aber auch das pendelt sich noch ein.

Los gings in Dänemark mit einem Eis in Krusa DK…über Flensburg, Schleswig, Eckernförde, Kiel. Da bin ich nun. Mache einen Ruhetag und schau mir grosse Schiffe an, esse viel zu viele Matjesbrötchen und trinke Bier.

So kann es weitergehen!

 

 

 

Rücken und Rucksack

Mein Rücken und der Rucksack sind noch keine dicken Freunde. Da ist noch Harmoniebedarf!Die blöde Rückenmuskulatur könnte ruhig etwas schneller wachsen!
Aber aufrechter Gang geht schon…und der Wanderstock ist eine gute Hilfe.
In ein paar Wochen sind  die beiden sicher gute Freunde und brauchen einander.

Rucksack mit Tagesvesper und Wasser 12kg.

Frau S. aus K.

Gleich zu Beginn meiner Reise probierte ich alle Übernachtungsvarianten aus. Hotel, Zelt, Jugendherberge, Pension…alles klappte. Bis ich in K. war (ich lasse das anonym).
Ankunft in K., Ende einer Etappe, schwere Füsse, Durschd, kein Bock mehr! Zu allem Übel hat die Dorfkneipe Ruhetag und der Dorfwirt per Handy nicht erreichbar. Da stehe ich nun mit meinem Rucksack vor dem „goldenen Krug“ in K. Ich schaute mir schon die Parkbänke an ob sie bequem aussehen.Kommen zwei kleine ältere Damen daher spaziert und sprechen mich an: „Können wir Ihnen etwas helfen junger Mann“. (Junger Mann hat mich schon seit Ewigkeiten niemand mehr genannt). Ich schilderte den 80jährigen Damen mein Übernachtungsproblem. Kurze Bedenkzeit, dann meinte Frau S.:“ Kommen Sie mal mit junger Mann, ich habe ein Fremdenzimmer zu vermieten und das ist gerade frei“

Fünf Häuser weiter erhielt ich ein Gästezimmer und die Lebensgeschichte von Frau S.
Hier fünf Sätze von Frau S.:

Wissen Sie junger Mann: mein Mann war bei der Marine, und liegt schon 18 Jahre in der Ostsee!
Wissen Sie junger Mann: ich lasse mich auch von einem Bestattungsboot in die Ostsee verklappen!
Wissen Sie junger Mann: heute sind viele Gäste Esotheriker, die essen nur Gurke!
Wissen Sie junger Mann: ich bin jetzt 78 Jahre und habe vor drei Jahre zu tanzen angefangen. Line-Dance!
Wissen Sie junger Mann: zu meinem 75sten wollten die mir eine Fahrt in die Umgebung schenken. Ich sagte nee, ich will mal nach Australien. Und dann bin ich ganz alleine hingeflogen. War nett dort, muss aber nicht mehr sein!

Nach einer ruhigen Nacht im Gästezimmer unter einer gefühlten Fünf-Kilo-Bettdecke gab es Frühstück mit selbstgemachter Marmelade. Die Übernachtung kostete 25 EUR!

Solche Kontakte wünsche ich mir auf meinem Tour. Das schon am fünften Tag so eine herzliche Begegnung möglich war, macht den Rucksack leichter.

 

Zaubersocken

Zwischen meinen Füssen und der Strasse gibt es nur: Schuhsohle, Zaubersocken und Hornhaut.Sonst nix!
Handgestrickte Zaubersocken kann ich fünf Tage anziehen…und es riecht nur schwach. Selbstgestrickte Zaubersocken sind angenehm bei Kälte und Wärme und werden immer weicher. Das perfekte Outdoor-Equipment!
Wie es der Zufall will, lese ich gerade einen historischen Schmöker über die frühen Fischer in der Nordsee. Traditionell schenkte dort die Braut dem Bräutigam zur Hochzeit Socken, gestrickt aus ihrem eigenen Haar. Die Socken benutzte der Fischer sein Leben lang.
Eine hübsche Geschichte.
Diese grünen Zaubersocken hat Andrea gestrickt, ich glaube es ist Schaf.

 

Kiel hat Charme

 

Die Kieler sagen: lieber Wasser unterm Kiel, als Kiel unter Wasser!
Kiel ist die Hafenstadt in Schleswig Holstein.
Der Bahnhof liegt direkt am Hafen und die grossen Fährschiffe nach Skandinavien sind höher als der Hauptbahnhof. Grosse, alte Segelschiffe liegen am Kai direkt neben dem Schiffahrtsmuseum 250m vom Bahnhof. Wichtiger als Weihnachten und Ostern ist für die Kieler Bevölkerung: die Kieler Woche grösste Seglerveranstaltung der Welt.

Es fehlen die grossen Schlösser und die prunkvollen Fassaden, dafür stinkt es nach Hafen, Diesel und Teer. Möven verscheissen die ganze Stadt.
Ich mag Kiel. In den 70er Jahren absolvierte ich einen Teil meiner Ausbildung an der dortigen Fotoschule. Heute nennt sich diese bundesweite Ausbildungsstätte: Foto- und Medienforum Kiel. Alle Fotokaufleute waren in Kiel und wurden dort mit Aquavit geimpft.

Navigation

Wie einfach wird es dem Autofahrer gemacht. Zehn Meter breite Hinweisschilder über der Autobahn, Hinweise und Ortschilder an jedem Eck. Selbst ohne Navi findet jeder Audi-Fahrer sein Ziel.

Einen Fussweg zu finden… benötigt mehr Grips. In der Natur geht es ja noch, aber in einer fremden Stadt wird es schwierig bis sehr schwierig. Hinweise für Fussgänger in den Städten gibt es kaum.
Navigationsgeräte mit topografischen Karten gehören heute beim Wandern zur Standartausrüstung. Ich benutze ein Garmin Wandernavi und mehrere Apps auf meinem Handy. In der Kombination miteinander funktioniert es, vorausgesetzt die Teile haben Strom und das GPS Signal ist ausreichend ,was nicht immer so ist.
Auf meinem Gang in den Süden orientiere ich mich am Via Jutlandica ein gut ausgeschilderter Jakobsweg durch Jütland und Schleswig-Holstein, danach geht es in den E1 bzw. E6 über. Diese zwei europäische Fernwanderwege sind durchgehend über Europa ausgeschildert. Der E 1 geht von Oslo nach Rom. Der E6 verläuft von Dänemark nach Venedig. Diese Wanderwege sind mit einem weissen Kreuz gekennzeichnet. Mehr oder weniger.
Autofahren ist einfacher.

Ein Abstecher zu „Brauni“

In den 70er Jahren lebte Bernd in Jestetten, war im engen Freundeskreis und es gab kein Fest ohne uns. Etwas aus den Augen verloren, fand ich „Brauni“ durch Google in Bad Segeberg nur 30km von Lübeck entfernt. Also machte ich einen kleinen Abstecher mit der Bahn nach Bad Segeberg, nach vorheriger Anmeldung.
Er freute sich riesig. Allerdings hat Bernd seit 15 Jahren „Parkinson“ geht sehr offen mit seiner Krankheit um, ist  Vorsitzender einer Parkinson Organisation und hat aus seiner Erkrankung einen Full-Time-Job gemacht. Schöne Grüsse an alle die „Brauni“ kennen.
Nach diesem Abstecher fuhr ich wieder zurück nach Lübeck und setzte dort meine Wanderung fort.