Von Höhlenbären und andere Schwaben

 

Die schwäbische Ost-Alp ist sehr hügelig. Auf jedem Buckel steht eine Burg oder eine Ruine oder, längst abgebaut, ein Galgen. Irgend etwas Wichtiges halt!

Und es gibt Höhlen. Die ganze schwäbische Alp ist durchlöchert…ein Vergleich mit Schweizer Käse bietet sich an. Die Charlottenhöhle bei Gingen a.d.Brenz lag an meinem Weg…und dort bin ich mit Führung rein. Die Höhle ist 587 m lang und wird nach hinten ganz schön schmal und eng. Eigene Fotos zu machen war unmöglich. Diese Tropfsteinhöhle wurde von Höhlenbären bewohnt. Heute steht die Höhle leer. Die Spezies starb vor 15.000 Jahren aus, weil die Bären in der Nahrungsauswahl sehr unflexibel waren (was der Bauer nicht kennt, dass frisst er nicht). Als Vegetarier frass der Höhlenbär nur ganz bestimmte Pflanzenarten. Nach der Eiszeit änderte sich die Vegetation, der Feinschmeckerbär fand seine Kräutlein nicht mehr…also starb der Höhlenbär aus. Pech gehabt!

Auf der rauen schwäbischen Alp lebt ein besonderer Menschenschlag. Hartgesottene Schwaben, stur, flexibel wie Höhlenbären. Breiter Dialekt! Die Sätze sind nicht übersetzbar. Jedes Wort hat mindestens fünf O.
Die schwäbische Genügsamkeit (Geiz) ist deutlich zu spüren…eine Kirchturmbesteigung kostet Geld und wer beim Frühstück  nicht nur zwei Scheiben Käse sondern auch noch Butter auf das Brot schmiert… wird bereits vorwurfsvoll angeschaut. Entlang den Wanderwegen werden keine Sitzbänke aufgestellt:  bei ons wird  g`schafft und ned g`hocked! Der karge Boden, hat die Menschen geprägt.
Aber es gibt feine Spätzle, wunderbare Brezel und frischen selbstgemachten Obstkuchen. Höhlenbärenschinken sah ich auf keiner Speisekarte…das Verfallsdatum ist vermutlich seit einigen Jahren abgelaufen.

5 Kommentare

  • Wirklich jammerschade, dass uns dieser so unterhaltsame und amüsante Blog recht bald nicht mehr geboten wird. Du könntest ihn ja weiterführen aus der Nachbarschaft – im Alltag passieren bestimmt auch weiterhin interessante Dinge :))) Noch schöne Tage und bis bald!

    Katja

    • Chef

      Hi Katja, nun bin ich bereits am Bodensee und am Samstag zu Hause. Irgendwie ging die Tour doch schnell zu Ende. Bis bald.

  • Stephanie Bettermann

    Halli Hallo,
    und schon wieder bringen mich deine Ausführungen zum schmunzeln oder teilweise auch dazu laut los zu lachen.
    Wie du die Dinge aber auch immer auf den Punkt triffst ist erstaunlich!
    Schöne Grüße und weiter einen guten Weg!
    Stephanie
    (die Pilgerin aus dem Café in Gunzenhausen)

    • Chef

      Hallo Stephanie, danke für deinen positiven Kommentar. Ich bemühe mich den Blog unterhaltsam zu gestalten. Es würde mich interessieren wo du gerade steckst. Schöne Grüsse Berthold

      • Stephanie

        Hab mich heute nach zwei Tagen Aufenthalt in Ulm auf den Weg weiter Richtung Bodensee gemacht.
        Schöne Grüße

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